Weihnachtsgedanken

 

 

 

das war doch immer schon so…


 

 

 

 

Sie hatte es satt. Jedes Jahr die selbe Geschichte. Einkaufen. Vorbereiten. Planen. Und dann zu Weihnachten doch wieder Streit. Dieses Jahr läuft alles anders. So beschloss sie es. Keine Weihnachtsdekoration. Kein Weihnachtsstollen. Kein Großfamilienweihnachtsfestessen. Die Kinder waren groß und ihr Mann machte sich auch nicht viel aus Weihnachten. Es war immer sie selber gewesen, die alles angeschoben hat. Sie hatte geputzt, dekoriert und alles soweit vorbereitet und dann haben sich alle ins gemachte Nest gesetzt. Wie jedes Jahr. Dieses Jahr aber nicht. Die Krankheit hatte sie eins gelehrt - achte auch auf dich selbst. Dieses Weihnachten würde sie nur an sich denken. Aber was wollte sie eigentlich? Es ist natürlich einfacher alles wieder so zu machen, wie die Jahre zuvor. Die Gleise waren eingefahren. Und was würden die Eltern sagen und was die Kinder? Die Fragen konnte sie schon hören: „Warum denn jetzt plötzlich ganz anders, es ist doch gut wie es immer war.“ Aber ihr Entschluss stand fest. Dieses Jahr läuft es nicht wie immer. So buchte sie eine Reise für zwei in den warmen Süden. Im Sommer hatten sie keine Zeit dafür gehabt. Jetzt wird dies nachgeholt. Sie freute sich darauf. Nur zwei Koffer packen und dann nichts wie weg.

Die Zeit kam. Kaum im Hotel wurden die Badesachen ausgepackt und ab zum Strand. Hier und da sah man einen Touristen in Shorts und Weihnachtsmütze. Ansonsten erinnerte nichts an das heimatliche Weihnachten. Jeden Tag gingen sie an den Strand, genossen das schöne Wetter und die gemeinsame Zeit. Und trotzdem kam sie nicht zur Ruhe. Das Hotel war gut, das Wetter war gut und der Mann freute sich über die Zeit zu zweit. Eigentlich müsste alles gut sein. 

Der Urlaub ging zu Ende. Heilig Abend hatten sie noch nach einer Kirche Ausschau gehalten, aber hatten nicht das Richtige gefunden. So waren die Weihnachtstage mit Strand und Sonne vorübergegangen. Jetzt ging es wieder nach Hause. Ihr graute es schon vor den Matschwetter. 

Als sie das Flugzeug verlassen, klingen ihnen die vertrauten Weihnachtslieder entgegen. Plötzlich rollt ihr eine Träne aus dem Auge. Ganz warm wird es ihr ums Herz. Die Unruhe, die sie die ganze Zeit gespürt hat, ist verschwunden. Zu Hause angekommen, stellt sie ein paar Kerzen auf und ihr Mann sorgt für Weihnachtsmusik. Ihr wird mit einmal klar, da ist noch mehr als Weihnachtstrubel und Weihnachtsessen. Weihnachten ist mehr. Schnell ist das Telefon hergeholt und alle für ein nachweihnachtliches Essen eingeladen. Nichts ist vorbereitet, aber jeder bringt was mit. Inzwischen hat sie doch so manchen Weihnachtsstern aufgehängt und auch die Weihnachtskrippe steht an ihren Platz. Als sie dann alle zusammensitzen und erzählen und lachen (und auch streiten), wird ihr klar - sie braucht Weihnachten. Nicht weil es immer schon so war, sondern weil es eine besondere Zeit ist. Weil zu Weihnachten die Menschen eine Ahnung bekommen, wie die Welt sein könnte. Die Geschichte von Maria und Josef und dem Jesusbaby, den Engel und den 3 Weisen aus dem Morgenland erzählt von der Liebe Gottes bei den Menschen. Und diese Liebe ist warm und klingend wie eine Kerze und wie die Weihnachtslieder. Das weiss sie nun. Dies hätte sie wahrscheinlich nicht entdeckt, wenn sie dieses Jahr nicht alles mal anders gemacht hätte. Nächstes Jahr wird es wie immer, aber auch ein bisschen anders…


Eine gesegnete Advent- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen,

        

Ihr Pastor Klaus-Peter Bregas



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